ARDELAINE SCOP SA MUSÉE

Museum

Region Ardèche ()

Hier kann man Wolle erleben und auch erwerben

Ein außergewöhnliches Museum, das uns nicht nur die Geschichte der Wollproduktion aus früheren Zeiten nahe bringen will, sondern es auch schafft die heutige Produktion exemplarisch und äußerst real vorzuführen.

Eine kleine Genossenschaft beweist, dass es möglich ist, mit handwerklicher Qualität, sozialen Komponenten und ökologischen Prinzipien in der Region erfolgreich zu wirtschaften.

Die Scherung der Schafe findet von Anfang März bis Ende Juni statt. In dieser Zeit sind die Scherer in der Ardèche und Haute Loir unterwegs, um mehr als 50000 Schafen die Wolle abzunehmen. Es ist eine körperlich anstrengende und mit viel Geschicklichkeit verbundene Arbeit, die keine 3 Minuten dauert. Das Tier soll möglichst schnell und schonend den Prozess überstehen. Auf diese Weise kommen mehr als 50 Tonnen Wolle jährlich zusammen. Genug, um eine Jahresproduktion zu bewerkstelligen.

Das Waschen der Wollvliese
Die geschorenen einzelnen „Wollmäntel“ werden mit Wasser und einer biologisch abbaubaren Kräuter-Seife in der hauseigenen Anlage gewaschen. Auf diese ökologisch behutsame Art werden Fette und andere Schmutzpartikel aus der Wolle herausgelöst. Das Abwasser wird anschließend in einer speziellen Kläranlage mit Pflanzenbecken wieder gereinigt. Die Wolle wird getrocknet und verdichtet zu Ballen von 130 kg bis zu ihrer Verwendung.

Wolle wird kardiert
Bevor die Wolle für den weiteren Gebrauch verarbeitet werden kann, muss diese kardiert werden. Umgangssprachlich wird dazu auch kämmen oder kratzen gesagt. Grobe und mit feinen Nadeln gespickte Bürsten – je nach Verwendung der Wolle im Anschluss – krempeln die Wolle um. Die Fasern bekommen eine Richtung, sie werden feiner und weicher, lassen sich dann auch zu einem Garn spinnen.

Auf Wolle schlafen, in Wolle hüllen
Von der Matratze bis zur feinsten Kleidung wird in dieser Manufaktur tatsächlich noch vieles per Hand gefertigt. Auch wenn die ein oder andere eingesetzte Spezialmaschine die Arbeit erleichtert, werden die wichtigen Handgriffe in traditioneller Weise vollführt. Das Handwerk steht im Mittelpunkt dieses Unternehmens und damit die verbürgte Qualität für ihre Produkte.

Traditionelles Handwerk und Qualität haben Priorität
Mit einigen weiteren Unternehmen in der Umgebung wird kooperiert. Sie liefern zu oder fertigen Endprodukte. Die Partner sind streng ausgewählt nach sozialen und ökologischen Prinzipien sowie auch qualitativen Kriterien.

Vertrieb
Ob über Internet oder Katalog, im hauseigenen Verkaufsraum oder in "Bio-Läden" , die Vermarktung erfolgt mittlerweile professionell.


Darüber hinaus werden Seminare und Führungen im Unternehmen angeboten, Ausbildungen und gleichzeitig für das Unternehmen geworben


Die Manufaktur baut auf eine Genossenschaft, deren MitarbeiterInnen ihre Strukturen bis zur „Chefebene“ selbst wählen. Alle Arbeiten der Administration, der Kommunikation ,der Produktion und des Vertriebs liegt sprichwörtlich in den Händen aller.

Respekt für die Umwelt in der gesamten Produktionskette. Es dürfen keine chemischen oder toxischen Mittel zum Einsatz kommen. Dafür unterschreiben die Schafwirte und Zulieferer eine Charta. Gleichzeitig werden aber auch soziale Aspekte berücksichtigt, ob es die Struktur innerhalb des Unternehmens Ardelaine ist oder die Kultivierung und Erneuerung der Wollproduktion sowie die Entwicklung einer lokalen Wirtschaft in der Region. Mitverantwortung und gegenseitiges Vertrauen soll zu einer besseren Zusammenarbeit führen. Fortbildung und Transparenz im Unternehmen haben dabei große Bedeutung. Faire Preise in einer Ökonomie der Solidarität sind die hehren Ziele.
Sofern Gewinne gemacht werden, sollen diese zu jeweils 45% in die Sicherheit und Langlebigkeit des Unternehmens und an die Mitarbeiter als Beteiligung verwendet sowie die restlichen 10% an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Sie wollen als junges Unternehmen dazu beitragen, dass die Wolltextilbranche wieder einen Stellenwert in der Umgebung erhält, in dem ein Transfer von knowhow an künftige Generationen weitergegeben wird. Dazu dienen die Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Akteuren in der Sozialwirtschaft und Netzwerken, mit Schulen und Fortbildungseinrichtungen.

Die Entstehungsgeschichte der Manufaktur Ardelaine


Die alte Spinnerei St. Pierreville, die in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts geschlossen wurde, sollte wiederbelebt werden. Allerdings sollte nicht Seide sondern Schafwolle gesponnen werden. Die Gründung war kein leichtes Spiel, denn eine Marktforschung wollte belegen, dass für Wolle und die Gründung eines Unternehmens zur Verarbeitung in dieser Region ein eher zum Scheitern verurteiltes Projekt sei.
Doch das Vertrauen des Ursprung-Teams in die Idee und der Glaube, dass man es zusammen schaffen könne, war stärker als jede Studie, die rein aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen ein negatives Bild zeichnete.

Sieben Jahre brauchte es an Vorbereitung bis es zur Gründung der SCOP Ardelaine im Jahr 1982 kam - mit einem bezahlten Angestellten. Jahr für Jahr und Schritt für Schritt entwickelten sich verschiedene Zweige der Produktion, der Vertrieb wurde ausgebaut, Netzwerke und Kontakte geschaffen. Im Durchschnitt konnte in jedem Jahr ein weiterer bezahlter Arbeitsplatz geschaffen werden.

Die Geschichte von Ardelaine ist ein Abenteuer, so Béatrice Barras in ihrem Buch über das Projekt.
Abseits der Aussage, die Gründer von Ardelaine laden uns ein auf alle gesellschaftlichen Probleme zu schauen, mit denen wir alltäglich konfrontiert sind: Gehalt, Wirtschaft, Kapital, Wettbewerb, Qualität, Verbrauch, Gerechtigkeit, Arbeit, der Ort der Kunst und Kultur, Landflucht, etc.. Das was Ardelaine uns vorschlägt ist nicht, unserem kritischen Blick auf die Widersprüche in der wirtschaftlichen und sozialen Welt zu verfeinern, sondern es gilt Wege zu finden, um sich von ihren Einflüssen zu befreien“ so das Vorwort zum Buch von JF Draperi

Informationen über Preise und Konditionen erfährst Du auf der Internetseite des Gastgebers»

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